Talcott Parsons Dissertation

Talcott Parsons Dissertation-13
Besprochene Bücher / Literaturhinweise Gegen Ende des 19.Jahrhunderts war der britische Universalgelehrte Herbert Spencer einer der berühmtesten Intellektuellen in Europa und Nordamerika.Talcott Parsons muss für immer als ein „Klassiker“ der Soziologie des 20. Vergleichbar mit Spencer jedoch sank die Berühmtheit von Parsons noch zu seinen Lebzeiten derart rapide, dass sein Fachkollege Christopher C. Bryant in der Zeitschrift Sociological Review bereits 1983 die ebenfalls rein rhetorisch gemeinte Frage stellte: „Who Now Reads Parsons?

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So lautet gleich der Einleitungssatz: „In der letzten Zeit hören wir viel am Marktplatz in allerlei Beziehungen vom Kapitalismus reden.“ Man darf sich schon wundern, womit man im Jahr 1927 mit dem Prädikat „summa cum laude“ an der Ruperto-Carola Universität zu Heidelberg promoviert wurde.

Das eigentlich Bemerkenswerte steht jedoch nicht in dem Text, sondern hat mit dessen Bedeutung für Parsons selbst zu tun.

“ Um festzustellen, dass das kaum jemand mehr machte.

Bis zum Ende der 1960er Jahre war eben dieser Harvard-Soziologe Parsons einer der berühmtesten zeitgenössischen Sozialwissenschaftler, der als Übervater des sogenannten „Struktur-Funktionalismus“ weltweit gewürdigt wurde.

Bereits in seinen Ausführungen über Sombart – dessen monumentale Darstellung Der moderne Kapitalismus in drei Bänden in den Jahren nach 1902 die zeitgenössische Diskussion beherrschte – und zwei Jahre vor der Veröffentlichung von Max Webers Aufsätzen über Die protestantische Ethik und der „Geist“ des Kapitalismus, hatte Parsons sich überaus kritisch über Weber geäußert: „Bei Max Weber […] kommt ein Kapitalismus heraus, der mit einem bestimmten Wirtschaftssystem nichts zu tun hat.“ Im Weber-Kapitel selbst wird diese Kritik noch wesentlich entschiedener, indem Parsons Weber „eine schlimme begriffliche Unklarheit“ vorwirft, verursacht durch die mangelnde Konsistenz des Weberschen Idealtypus von Kapitalismus. Wieso „verschwand“ das Sombart-Lob und zugleich die Weber-Kritik?

Uta Gerhardt erklärt es mit der Tatsache, dass Parsons bereits in seiner Heidelberg-Zeit und vor allem danach vollkommen in den Bann der Weberschen Schriften über die historische Bedeutung des Protestantismus geraten war.

Das Schicksal wollte es, dass Parsons, nur wenige Tage nach dieser Heidelberger Feier, am 8. In jener Stadt also, in der Max Weber im Juni 1920 gestorben war.

Nun also, neunzig Jahre später, kann man die Fassung des ursprünglichen Manuskripts, das angeblich „verschollen“ war und durch Victor Lidz, den Nachlassverwalter von Parsons, im Archiv der Harvard Universität aufgefunden wurde, lesen.

Er habe sein Manuskript vor seiner Abreise Arnold Bergstraesser übergeben und nun seien die Kapitel über Sombart und Weber – das eigentliche Kernstück der Arbeit also – „auf noch nicht erklärte Weise in Verlust geraten und ich stehe nun vor der Tatsache, dass ich zwar die Schlusskapitel der Arbeit hier [in Cambridge] fertig gestellt habe, aber aus Zeitmangel nicht im Stande bin, die beiden ersten Kapitel neu zu schreiben.“ Uta Gerhardt macht deutlich, dass etwas ganz Anderes hinter dem „Verschwinden“ der ursprünglichen Fassung stand.

In ihr hatte Parsons nämlich noch den Ansatz von Sombart in höchsten Tönen gelobt und die Webersche Kapitalismuskonzeption hingegen einer harschen Kritik unterzogen.

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